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    Isar bei Wolfratshausen / Foto: Florian Werner / www.look-foto.de

Lucky News

Studium zum Certified Lawyer's Assistant (CLA)

03. Feb 2017

Das Berufsbild der Anwaltsassistentin hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Besonders in Großkanzleien wandelt sich das Anforderungsprofil stark. Ein Beispiel: Die Tätigkeit des Anwalts ist zunehmend internationaler – Englisch ist in vielen Bereichen schon die überwiegende Geschäftssprache. Sichere Sprachkenntnisse werden bei Neueinstellungen im Assistenzbereich vorausgesetzt. Da Englisch aber erst seit kurzem Bestandteil des Ausbildungsplans einer RA-Fachangestellten ist, werden regelmäßig Fremdsprachenkorrespondenten eingestellt, um die sprachlichen Anforderungen zu erfüllen.

Diese müssen sich jedoch erst einmal mit den Grundzügen der Mandatsarbeit vertraut machen. Hierfür ist das Studium zum Certified Lawyer's Assistant mit SOLDAN und ISAR Fachseminare (mehr Details ... ) besonders geeignet. Dieser neue Lehrgang richtet sich an Quereinsteiger in das Kanzleifach. Er ist auch als Aufbaustudium für Kanzleimitarbeiter geeignet, die Fortbildungsbedarf haben.

Wir finden das richtig gut und vergeben daher zwei Stipendien für dieses Studium. 




Kommunikationsseminar: Rückblick & Teilnehmerstimmen

01. Nov 2016

Am Samstag, 15. Oktober 2016 fand unser Inhouse-Kommunikationsseminar statt. Arbeitstitel war: "Wie handhabe ich unterschiedliche Personentypen im Arbeitsalltag?" Es ging um Köpfe, Charaktere und wie Sie sich auf die Menschen in ihrer (beruflichen) Umgebung noch besser einstellen können und dadurch auch Konflikte vermeiden oder beheben.

Die Leitung dieses Ganztagesseminars übernahm unsere Referentin, Frau Katharina Moss.

Frau Moss stellte zuerst die verschiedenen Persönlichkeitstypen vor und unterbreitete bewährte Empfehlungen für Kommunikation mit den verschiedenen Persönlichkeitstypen

Die Teilnehmer konnten in kleinen Arbeitsgruppen den eigenen Persönlichkeitstyp sowie den weiterer Teilnehmer bestimmen und passende Kommunikationswege festlegen. Hierdurch wurde das Seminar sehr aktiv, so dass man an den jeweiligen Teilnehmern selbst, bzw. anhand derer Reaktionen schon einen sehr guten Einblick in die verschiedenen Kommunikationstypen erlangen konnte. 

Mehrere Teilnehmer waren so freundlich, uns ein persönliches Feedback zu den Seminar zu geben. Hierzu folgende Teilnehmerstimmen:


"Moss hat ein sehr lebendiges und durchgängig interessantes Seminar geleitet. Sie hat es zudem geschafft, das Seminar so zu gestalten, dass man direkt im Anschluss die neu erlernten Fähigkeiten sowohl im Berufs- als auch im Privatleben mit einbringen konnte."

"Die von Ihnen angebotene Veranstaltung war für mich ein absoluter Gewinn."

"Das Seminar war eine rundum gelungene Veranstaltung und äußerst informativ. Ein Tag voller neuer Impulse und Selbstreflektion, der zudem noch Möglichkeit geboten hat, sich mit Kolleginnen zu vernetzen und auszutauschen. Ich freue mich bereits auf die nächste Veranstaltung!"

"Herzlichen Dank an das Team LuckyLawyer für die äußerst informative sowie gelungene Veranstaltung. Es wurden typenspezifische Kommunikationsstrategien vermittelt, die unsere Wahrnehmung geschärft haben. Uns wurden Möglichkeiten aufgezeigt, sowohl unsere Persönlichkeit als auch die unserer Mitmenschen besser zu reflektieren und zu verstehen. Mit viel Spaß und einigen Erfahrungen reicher bin ich sehr positiv aus dem Kommunikationsseminar rausgegangen."

"Das Seminar hat mir sehr gut gefallen. Jetzt kann man den beruflichen Alltag von einer ganz anderen Perspektive sehen. Die Referentin hat das Thema sehr lebendig, anschaulich und interessant vermittelt."

"Ein sehr gelungenes Seminar, welches nicht nur im beruflichen Alltag Anwendung finden wird. Es war eine gute Kombination aus hervorragender Dozentin und einem sehr interessiert mitarbeitendem Teilnehmerkreis."

"Ich habe sehr viel mitgenommen"

"Die gesamte Kommunikationsschulung war sehr informativ und praxisnah. Die Qualität der Unterlagen und Präsentation ist sehr gut. Auf persönliche Fragen wurde eingegangen. Die gesamte Veranstaltung wurde professionell organisiert und war für mich sehr hilfreich."

"Gleich am nächsten Arbeitstag verschiedene Ideen/Empfehlungen angewandt - es funktioniert!"

"Meine erste Veranstaltung bei Ihnen habe ich in sehr guter Erinnerung. Es war ein spannender und interessanter Tag im Herzen Münchens. Es war eine durchweg angenehme Atmosphäre in Ihren Räumen und die Referentin hat professionell durch den Tag begleitet. Ich bin gern beim nächsten Mal wieder mit dabei."


An dieser Stelle möchten auch wir uns noch einmal recht herzlich bei Frau Moss sowie bei allen Teilnehmern für den gelungenen Tag bedanken.

Sollten auch Sie Interesse haben, an einem unserer exklusiven, kostenlosen Inhouse-Seminaren teilzunehmen, so melden sie sich doch gerne hier zu unserem Newsletter an.

 

Karriere auf Umwegen

17. Aug 2016

Von Julia Hilgenberg/Nick Culas, 17. August 2016 - Als Personalberater unterhalten wir uns oft mit Menschen, die vom Hotelgewerbe in eine andere Branche wechseln möchten und dabei mit uns ins Gespräch kommen. Häufig leisten wir dann erst einmal Aufklärungsarbeit, denn das Bild, welches einige Interessenten von Wirtschaftskanzleien haben, ist alles andere als real: Schwere Ledersessel, Zigarrenecke, tonnenweise Literatur in endlosen Wandregalen und eine „Vorzimmerdame“, die niemanden zum Chef durchlässt. Es sind meist erhabene Eindrücke aus Kinofilmen („Die Firma“ mit Tom Cruise), die Unwissende mit Anwaltssozietäten verbinden.

Doch die Wahrheit sieht anders aus. Wirtschaftskanzleien sind in erster Linie hochmoderne Dienstleistungsunternehmen, die Firmen (die Kunden heißen hier „Mandanten“) in vielfältigen und sehr komplexen rechtlichen Fragen beraten. Und da es nicht nur „ein Recht“ gibt, sind Wirtschaftskanzleien meist rund um den Globus vertreten und beschäftigen nicht selten einige tausend Mitarbeiter. Kanzleien sind keine Handwerksbetriebe. Hier wird nicht „produziert“ oder verkauft. Anwälte arbeiten viel mit dem Kopf, vor allem im Team und sehr häufig länderübergreifend.

Die tägliche Herausforderung der Anwälte besteht darin, sich sofort in die Situation eines Unternehmens versetzen zu müssen, wenn ein Auftrag („Mandat“) erteilt wird. Das erfordert weit mehr als nur rechtliche Kenntnisse. Ein Anwalt benötigt ein sehr gutes gesamtwirtschaftliches Verständnis, um die Ziele seines Auftraggebers verstehen zu können. Nur dann kann er eine gute Lösung für ein (rechtliches) Problem ausarbeiten und präsentieren. Daher schulen viele Anwaltskanzleien ihre Anwälte beispielsweise in Betriebswirtschaft, interkultureller Kompetenz, Präsentations- und Redetechnik sowie Verhandlungsführung.

Aber: Anwälte können ihren Job nur dann gut machen, wenn ihr hauseigener Support stimmt. Und hier kommt den zahlreichen Mitarbeitern hinter den Anwälten eine wichtige Rolle zuteil. Durchschnittlich arbeiten hinter zehn Anwälten auch etwa die gleiche Anzahl Mitarbeiter mit anderer Qualifikation. In Kanzleien spricht man hier häufig von Business Services-Bereichen. Hier finden Sie beispielsweise Empfangsmitarbeiter, das Assistenz-Team (die eigene „Chefsekretärin“ gibt es übrigens nur noch sehr selten), Übersetzer, Mitarbeiter für das Finanzmanagement, Human Resources, Marketing & PR, Geschäftsplanung, die Büroorganisation und Veranstaltungsmanagement. Einige Kanzleien beschäftigen sogar Köche in einer eigenen Firmenküche. Häufig finden sich in diesen Bereichen Mitarbeiter, die ihre berufliche Laufbahn im Hotel- und Gaststättengewerbe begonnen haben. Bei der Firmenküche leuchtet das sofort ein, aber auch in den anderen Bereichen trifft man auf zahlreiche ehemalige Hotelmitarbeiter. Fragt man die Personalchefs in Kanzleien nach den Gründen für die Einstellung dieser Mitarbeiter, erhält man häufig verwandte Antworten:

  • „ ... sehr hohe Serviceorientierung“,
  • „ ... umsichtiger Blick – auch für Details“,
  • „ ... war einige Zeit im Ausland tätig und hat sich dort durchgeboxt“,
  • „ ... bewahrt in turbulenten Situationen den kühlen Kopf“,
  • „ ... macht die Arbeit, wenn sie anfällt und lässt den Stift nicht fallen“
  • ....

Die Liste ist beliebig erweiterbar. Gerade die Serviceorientierung, die Sprachkenntnisse und das „Sich-einfach-trauen“, wenn eine Entscheidung auch ohne Absicherung getroffen werden muss, liegt wohl in der DNA der Hotelmitarbeiter.

Die Beweggründe, warum Hotelmitarbeiter in die Beratungswelt wechseln sind vielfältig. Ein häufiger Motivationstreiber ist der Wunsch nach einer einigermaßen planbaren Arbeitswoche, selbst wenn es natürlich auch im Kanzleiumfeld „Stoßzeiten“ gibt. Dafür hat Wochenendarbeit eher Seltenheitswert.

Ebenso ist das erforderliche monatliche Netto-Mindesteinkommen garantiert und nicht – wie im Hotel vielerorts - abhängig von der Aufteilung der Trinkgeldkasse oder den Feiertags- und Nachtzuschlägen. Häufig verbessert sich das Gehalt beim Stellenwechsel oder spätestens mit etwas Firmenzugehörigkeit. EDV- und Sprachtrainings gehören zur Standard-Weiterbildung vieler Kanzleimitarbeiter. Zudem sprechen gut gemanagte Wirtschaftskanzleien regelmäßig mit ihren Mitarbeitern über deren Weiterentwicklungsmöglichkeiten, um die guten Mitarbeiter zu binden, zu entwickeln und somit deren Potential voll auszuschöpfen.

Fazit: Wir sind der Meinung, dass gerade die Hotelbranche das perfekte Sprungbrett für den Quereinstieg in eine international agierende Wirtschaftskanzlei bieten kann. Wenn Sie also mutig genug sind, sich neuen Herausforderungen zu stellen und sich nicht davor scheuen, einen „Quereinstieg“ als Chance zu sehen, dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme

"My English is not the yellow from the egg!"

30. Jun 2016

Von Julia Hilgenberg, 30. Juni 2016Am Wochenende sind wir auf einen Artikel aufmerksam geworden, der uns sehr gut gefiel. Das teilen wir gerne mit Ihnen:

Was haben diese Amerikaner uns nur angetan, fragen sich viele Hüter der deutschen Sprache. Sie sehen unser höchstes Kulturgut bedroht von aus dem Englischen eingeschleppten Ausdrücken. Sie sind überall: In der Werbung, im Büro, im Fernsehen. Dabei können englische Muttersprachler gar nicht für diese Sprachverbrechen, die sich in unseren Wortschatz eingeschlichen haben. Viele Anglizismen gibt es nur in Deutschland. Sie sind unsere Erfindung, sozusagen Made in Germany. Hier sind 12 vermeintliche Anglizismen, die bei Engländern und Amerikanern Stirnrunzeln auslösen:

Public Viewing - Zur EM geht es wieder los: Millionen Deutsche versammeln sich in Biergärten und auf öffentlichen Plätzen, um die Spiele zu sehen. Wenn ihr Freunden aus den USA erzählt, dass ihr noch Snacks fürs Public Viewing besorgen müsst, könnte das irritierte Blicke auslösen. Denn dort ist damit die Aufbahrung von Toten im offenen Sarg gemeint.

Beamer - Could you please turn on the beamer? Say what?? Der Beamer ist im englischsprachigen Raum als „projector“ bekannt.

Basecap - Diese Abkürzung stammt nicht wirklich aus dem Englischen. Auf dem Weg müssen ein paar Silben verloren gegangen sein, denn eigentlich heißt die Kopfbedeckung: „base ball cap“. Oder schlicht „base ball hat“.

Kicker - Der Tischkicker hat seinen Ursprung im Englischen. Oder? Jein. Zwar gibt es das Verb „kick“. Der Tischkicker heißt in den USA aber „table football“ oder kurioserweise aus dem Deutschen entlehnt „foosball“.

Slip - Das Wort „slip“ hat im Englischen alle möglichen Bedeutungen (rutschen, gleiten, schieben). Nur die Damenunterhose ist damit nicht gemeint.

Oldtimer - Deutsche und Engländer meinen nicht das Selbe. Letztere denken eher an einen rüstigen älteren Mann; wir Deutsche denken sofort an ein liebevoll gepflegtes altes Automobil

Castingshow - Für den Begriff Castingshow haben wir die englischen Worte „casting“ und „show“ verschmolzen. Im Englischen gibt es diese Kombination nicht. Dort spricht man von einer „talent show“. Aber angesichts von „Deutschland sucht den Superstar“ schien das Wort Talent vielleicht irreführend ...

Ego-Shooter - Eine Sache fürs Ego machen nur die Deutschen daraus. In den USA heißt das Genre „first person shooter“.

Happy End - Klingt total englisch. Ist es aber nicht. Hier ist beim Eindeutschen die Endung verloren gegangen. Denn im Englischen gibt es in Filmen und Büchern nur das „happy ending“.

Showmaster - In seiner Wahlheimat USA kann sich Thomas Gottschalk nicht als Showmaster vorstellen. Dort nennt man den Moderator einer Sendung „host“, also Gastgeber. Klingt doch viel netter.

Shootingstar - Hierzulande gelten Neu-Entdeckungen wie Meghain Trainor als Shootingstar. Im Englischen ist damit nur die Sternschnuppe gemeint.

Fitnessstudio - Das Fitnessstudio, in dem Jogis Jungs sich auf die EM vorbereiten, ist ein deutsches Kunstprodukt. In England und den USA schwitzt man im „gym“. Vielleicht bleiben wir also doch bei der guten alten Muckibude.

 Den Originalartikel finden Sie im Business Insider.

 

Hitzefrei für den Dresscode?

24. Jun 2016

Von Julia Hilgenberg, 25. Juni 2016 - Endlich Sommer! Das Thermometer in München zeigt heute 33 Grad. In den Parkanlagen und Stadtgärten finden sich Flip-Flops und bauchfreie Shirts, Beine in kurzen Hosen und Miniröcke. Was in der Freizeit erlaubt ist, gilt aber nicht für den Dresscode in Unternehmen, Kanzleien und Büros. Wenn Sie den professionellen Eindruck trotz fehlender Klimaanlage wahren wollen, sollten Sie folgende Grundregeln beachten:

Grundsätzlich sei erwähnt, dass sich der Dresscode von Unternehmen zu Unternehmen unterscheidet. Unsere Rechtsanwälte sind – wie Banker und Unternehmensberater - auch bei Temperaturen oberhalb der 30 Grad dazu verpflichtet, Anzüge zu tragen. Wenn kein Mandantentermin im Kalender steht, darf das Sakko schon einmal im Schrank hängenbleiben.

Der Dresscode für Frauen ist im Gegenzug ein wenig „lockerer“. So dürfen Frauen gerne auch zu offenem Schuhwerk greifen. Mit Sandalen bzw. Slingpumps, welche vorne geschlossen und hinten offen sind, können Sie nichts falsch machen. Ein gutes Paar Ballerinas darf Frau ebenso zu ihrem sommerlichen Business-Outfit kombinieren.

Röcke und Kleider sind an heißen Tagen im Sommer ein unverzichtbarer Begleiter. Ein absolutes No-Go hier sind allerdings superkurze Röcke/Kleider. Die Faustregel, dass ein Kleid oder Rock spätestens eine Hand breit über dem Knie enden muss ("italienische Länge"), sollte hier beachtet werden. Kurz gesagt: Nicht zu viel Haut!

Was für die Röcke gilt, sollte auch bei Ihren Oberteilen Beachtung finden. Ein Trägershirt beispielsweise gehört nicht ins Büro. Grundsätzlich gilt bei Oberteilen: Schultern bedeckt – niemals bauch- oder rückenfreie Kleidung. Und achten Sie bitte darauf, luftige Kleidung nicht mit durchsichtiger Kleidung zu verwechseln.

Ein kleiner Streitpunkt ist nach wie vor der Seidenstrumpf. Es gibt (konservative) Kanzleien, die sogar auch im Sekretariatsbereich darauf bestehen. Um auf der sicheren Seite zu sein, schauen Sie hier am besten, wie dies in Ihrer Kanzlei von den weiblichen Führungskräften gehandhabt wird.

Dresscode für Männer:

Männer sind hier bei der Wahl ihres Schuhwerkes etwas eingeschränkt. Neben dem klassischen, geschlossenen Schnürschuh gibt es hier kaum Alternativen. Bitte beachten Sie, dass Sandalen und Flip-Flops ein gänzliches Tabu sind!

Sakko, Hose und Hemd? Auch hier gilt: Kein Bein zeigen! Eine kurze Hose sollte schon deswegen nicht ins Büro gehören, damit Ihr professioneller Auftritt stets gewährleistet wird. Dennoch kann man bei der Wahl des Stoffes ein wenig Abhilfe schaffen. Legen Sie Ihren Fokus auf luftdurchlässige Stoffe, gerne auch in helleren Farben.

Kurzärmelige Hemden sind out! Sollte der Dresscode Ihres Unternehmens ein wenig „lockerer“ sein, so tauschen Sie das langärmelige Hemd am besten gegen ein hochwertiges Poloshirt. Auf der sicheren Seite sind Sie jedoch dann, wenn Sie ein langärmeliges Hemd tragen und bei Bedarf die Ärmel hochschlagen, vorausgesetzt man sitzt allein in seinem Büro und in keiner Besprechung.

Krawatte, ja oder nein? Die Frage nach der Krawattenpflicht ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Es ist durchaus erlaubt, die Krawatte im  Büro abzulegen, wohingegen Sie bei Besprechungen und offiziellen Teammeetings stets zu tragen ist.

Abschließende Tipps:

  • Achten Sie bei der Farbauswahl Ihrer Kleidung auch darauf, ob Schweißflecken gut kaschiert werden.
  • Bei Unsicherheiten im Hinblick auf die Kleidung orientieren Sie sich immer an den Mitarbeitern und Führungskräften in Ihrem Unternehmen.
  • Achten Sie auf luftdurchlässige Stoffe, die Qualität der Kleidung kann hier enorme Abhilfe schaffen.


Wenn Sie sich trotz eingehaltener Kleiderordnung in Ihrem Büro noch immer wie in einer Sauna fühlen, dann gönnen Sie sich ein Eis!

Und wenn alles nicht hilft, dann rettet Sie nur noch eines: Der Gedanke an den Feierabend, an kurze Hosen, Flip-Flops und ein Abend im Biergarten mit einem kühlen Bier oder einem erfrischenden Cocktail.

 

 

Verstärkung - "Die Neue"

01. Jun 2016

Julia Hilgenberg startet am 1. Juni 2016 als Geschäftsleitungsassistentin. Damit obliegt ihr die Büro-Administration. Dass sie für komplexe Organisationsfragen ein sehr gutes Händchen hat, bewies Frau Hilgenberg schon in einem mittelständischen Beratungsunternehmen sowie in ihrer vorherigen Tätigkeit als Rechtsanwaltsfachangestellte. Frau Hilgenberg hat eine Weiterbildung als Certified Human Resources Manager absolviert. 

Herzlich willkommen, Frau Hilgenberg!

Julia_Hilgenberg





Kleine Worte, großer Unterschied

01. Okt 2015

In Online-Foren, Seminaren oder Bibliotheksregalen – Ratgeber zu Benimmregeln im Büro sind omnipräsent. Warum? Weil der Alltag unter Kollegen nicht immer selbsterklärend ist. Ist die Kollegin, mit der Sie sich den Schreibtisch teilen, die Monika oder die Frau Meyer? Und wie verhält sich das eigentlich mit Ihrem Chef? Du oder Sie? Wir geben einige hilfreiche Antworten:

Welche Vor- und Nachteile hat das DU im Büro?

Nicht umsonst präferieren viele Kolleginnen die ungezwungenere Form: Das DU zeigt Nähe und Vertrautheit. Vor allem Personen gleichen Alters und gleicher Hierarchiestufe führt der direktere Ton zu guten, persönlichen Arbeitsbeziehungen, in denen man eben gern und damit besser arbeitet. Die leichte Ansprache schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre. Hemmungen, eigene Schwächen zuzugeben, werden schneller abgebaut. Auch fällt es leichter, die imaginäre Grenze an der Bürotür zu überspringen – beispielsweise um bei unerwarteter Mehrarbeit um Unterstützung zu erbitten. Allerdings werden im Gegenzug unter Du-Kollegen auch gerne kleinere Nachlässigkeiten runter- oder ein Konflikt überspielt.

Da ist das SIE im Büro schon vorteilhaft. Jeder weiß, woran er ist, behält Diskretion und eine gewisse professionelle Distanz. Ein respektvoller Umgang wird gewahrt. Was natürlich nicht heißt, dass man sich nicht mag oder gar ablehnt. Auch ein Vorteil: Man hält sich Kolleginnen auf Abstand, die sehr schnell das DU suchen und sich indiskret verhalten.

Wer bietet wem das DU an?

Im Privatleben ist das schnell erklärt. Hier gilt: Alter vor Geschlecht! Ältere Generationen können wählen, ob sie Jüngere duzen möchten. Ebenso haben Frauen in der Regel den Vortritt.

In der Kanzlei ist - wie in vielen Berufen - der Rang im Unternehmen das ausschlaggebende Kriterium. Stehen Sie auf derselben Sprosse der Karriereleiter, so geht das DU wiederum von der Frau oder dem Dienstälteren aus.

Interessanter wird es bei einem Jobwechsel oder einem Quereinstieg in eine neue Branche: Ratsam ist, zunächst mit dem SIE zu beginnen und ausgiebig zu beobachten, wie es Ihre neuen Kollegen mit der Anrede halten. Oder fragen Sie doch an Ihrem ersten Tag einfach charmant nach, wie denn der allgemeine Tenor ist.

Wie biete ich das Du an?

Wer jemandem das DU vorschlägt, der sollte dies unter vier Augen in einem ruhigen, keinesfalls drängenden Tonfall machen und dem Gesprächspartner stets ein Hintertürchen offen lassen. So entgeht man Peinlichkeiten und ist gewappnet, falls das Gegenüber vom zukünftigen Duzen eher absehen möchte. Vielleicht so:

„Wir kennen uns nun schon lange. Ich hätte nichts dagegen wenn wir uns Duzen. Wenn Sie das nicht wollen, ist das für mich in Ordnung. Ich bin davon überzeugt, dass wir weiterhin gut zusammenarbeiten."

Kann man ein Du ablehnen?

Kurzum: ja! Wer sich etwa zum jeweiligen Zeitpunkt mit der Frage überrumpelt sieht, generell ein ungutes Gefühl oder gute erklärbare Gründe hat, der darf auch mal Nein zum DU sagen.

Ein banales „Ich möchte das nicht" reicht dann aber nicht aus. Beweisen Sie Fingerspitzengefühl und formulieren Sie die Absage in einem freundlichen, unter keinen Umständen verletzenden Ton – am besten unter vier Augen. Keine leichte Aufgabe! Aber Sie werden sehen – wenn Sie eine Begründung mitliefern, ist es nur halb so schlimm.

„Ich freue mich über Ihr Vertrauen und dass Sie mir das DU anbieten. Ich fürchte aber, ich hätte es später schwerer, einige Kolleginnen zu duzen und einige zu siezen und möchte gerne beim SIE bleiben."

Kann man ein DU zurücknehmen?

Zum SIE zurück zu gelangen ist zwar heikel, jedoch nicht unmöglich – und manchmal notwendig, um wieder Balance in das Arbeitsverhältnis zu bringen. Beispielsweise wenn eine Kollegin private Details über Sie an Ihren Chef weitergereicht hat und die Situation dadurch für Sie äußerst peinlich wird oder gar der totale Gesichtsverlust droht. Bei Vertrauensbrüchen dieser Art empfehlen wir vorerst eine Rückkehr zum SIE.

Auch wenn Sie sich im Nachhinein mit einer zu schnellen Annahme des DUs unwohl fühlen, lässt sie sich am nächsten Tag wieder elegant revidieren. Schaffen Sie dafür einen vertraulichen Rahmen und erklären Sie Ihrem Gesprächspartner die Situation aus Ihrer Sicht. Ihr Gesprächspartner wird es verstehen.

„Ich habe mich so sehr an das Sie gewöhnt und würde es gerne dabei belassen. Ich bin sicher, dass wir trotzdem weiterhin gut zusammenarbeiten."

Aber: Allein wegen einer Beförderung zum SIE zurückzukehren - um damit vielleicht Führungsstärke zeigen zu wollen - ist grob unhöflich und sollte strikt vermieden werden! Das plötzliche Siezen kommt einer Beleidigung gleich und wird Ihnen als Führungsschwäche ausgelegt.

Fazit: Eine Rückkehr zum SIE ist schwer. Daher: Überlegen Sie sich genau, mit wem Sie das DU pflegen möchten.

Was, wenn Sie vorübergehend zum SIE zurückkehren müssen?

Eines sollte niemals vergessen werden: Wir sind alle Menschen, keine Maschinen, begegnen uns aber auf einer beruflichen, höchst qualifizierten Ebene. Sonderfälle gehören daher zum täglichen Geschehen. Entweder ist ein Mandant in Spiel (dazu unten mehr) oder es gibt formale Gründe:

Müssen Sie beispielsweise als Personal- oder Bereichsleiter einen Mitarbeiter abmahnen oder kündigen, geschieht dies in der Schriftform. Schriftstücke dieser Art sollten im SIE formuliert sein. Wenn Sie aber mit dieser Person seit vielen Jahren verbunden sind und per DU sind, können Sie ein paar ehrliche persönliche Zeilen beifügen:

„Lieber Stefan, ich muss Dir diese Abmahnung schicken. Als Bereichsleiter gehört dies zu meinen Pflichten (Personalleiter: zu meinen Aufgaben). Auch wenn ich es nicht gerne tue!"

Ich bin Chef, ich entscheide?

Als Chef hat man die Zügel in der Hand. Ganz gleich ob Senior-Anwalt mit Team oder Assistentin mit Verantwortung für Azubis – wer eine führende Position inne hat, der sollte sich sehr gut überlegen, wen er duzt und wann auch ein ehrliches, klares SIE zu einem respektvollen, netten Miteinander führen kann.

Fakt ist: Eine Führungskraft, die nur einige im Team duzt, erweckt leicht den Eindruck einer Zweiklassengesellschaft. Natürlich ist es unmöglich, Kollegen, mit denen man lange zusammen gearbeitet hat, plötzlich zu Siezen. Besser ist es, das gesamte Team über die Herleitung des DUs zu informieren, damit diese das besser einschätzen können.

Was, wenn Mandanten im Spiel sind?

Auf einen Mandanten kann ein allzu kollegialer Umgang mitunter befremdlich und zu leger wirken. Hier empfiehlt es sich, vorübergehend auf das förmlichere SIE gegenüber der Kollegin umzusteigen. Sollte diese Situation Ihnen aber sprichwörtlich komisch vorkommen, klären Sie Ihren Mandaten darüber auf, dass es sich bei der Kollegin um die Sandkastenfreundin oder Ihre Trauzeugin handelt.

Was aber, wenn Sie in einer größeren Mandantenbesprechung nur mit einem Geschäftspartner per Du sind? Unser Rat: Wechseln Sie vorübergehend auch hier zum SIE. Idealerweise haben Sie das zuvor besprochen. Auch hier gilt: Sollte die Situation für Sie unnatürlich sein, bleiben Sie beim DU und erläutern Sie es charmant Ihren Gesprächsteilnehmern.

Und: Auch Lieferanten und Externe Dienstleister sollten Sie wie Mandanten behandeln.

Wie verhalte ich mich während und nach Betriebsfeiern?

Nach Weihnachtsfeiern, Betriebsausflügen & Co. kommt es immer wieder vor, dass Strukturen nicht mehr ganz so evident sind wie gedacht. Übermütig wurde vom Azubi bis zum Partner und vom IT-Leiter bis zur Assistentin, abteilungs- und rangübergreifend spontan das DU eingeführt. Dabei sollte jedem Mitarbeiter bewusst sein: Betriebsfeiern sind Arbeitszeit.

Unsere Empfehlung für den Tag danach: Kehren Sie beruhigt wieder zurück ins Büro und benutzen Sie die Anrede, die Sie vor den Feierlichkeiten benutzt haben.

Das Ich zählt

In Vorstellungsgesprächen – beispielsweise bei Führungspositionen – werden Kandidaten gelegentlich gefragt, wie man dazu stünde, im gesamten Unternehmen wieder flächendeckend die formelle Anrede mit dem Nachnamen einzuführen. „Es hat alles seine Vor- und Nachteile", lautete eine Antwort, die mir in Erinnerung geblieben ist. „Wichtig ist in erster Linie eine offene Thematisierung. Fragen sollten gestellt werden dürfen und die Mitarbeiter sollten sich wohl und nicht fremd fühlen – das geht mit dem DU, aber auch mit dem SIE."

Gibt es keine strikten betriebsinternen Vorgaben, so ist letztlich in allen persönlichen DU oder SIE-Differenzierungen das eigene Empfinden der allerbeste Ratgeber.





Update von unserem Stipendiat

20. Mai 2015

"Kurz zu meiner Person: Ich bin 39 Jahre alt und lebe und arbeite in München. Vor über 20 Jahren habe ich die Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten absolviert, jedoch kurz vor der Abschlussprüfung aus persönlichen Gründen abgebrochen. Im Laufe der Zeit folgten mehrere Arbeitsanstellungen in diversen anderen Berufen. Vor ca. eineinhalb Jahren habe ich mich dazu entschlossen, wieder im Kanzleibereich als Anwaltsassistent zu arbeiten und bin seitdem bei einer großen Anwaltskanzlei in München tätig.

Im Berufsalltag merkte ich jedoch schnell, dass ich einige Wissenslücken aufgrund Gesetzesänderungen, insbesondere die Umstellung 2004 von BRAGO zum RVG oder die ZPO-Reformen aufwies. Vor etwa zwei Monaten habe ich dann von dem neuen Lehrgang zum Certified Lawyer's Assistant erfahren. Nachdem ich mich darüber informiert hatte, kam ich zu dem Schluss, dass dies eine gute Möglichkeit wäre, diese Lücken mit Hilfe des Lehrgangs zu schließen. Ich hatte zudem das große Glück, von LuckyLawyer ein Stipendium für diesen Lehrgang zu erhalten, worüber ich mich riesig gefreut habe.

Der Lehrgang wurde von ISAR-Fachseminare und der SOLDAN GmbH ins Leben gerufen. Die Ausbildung findet in Präsenzphasen in den Räumen der ISAR-Fachseminare in Allach und in Online-Seminaren, an denen von zu Hause aus oder im Büro teilgenommen wird, statt. Die Teilnehmer sind entweder Neueinsteiger in Rechtsanwaltskanzleien, Quereinsteiger, die schon längere Zeit bei Rechtsanwälten tätig sind sowie ich, als Wiedereinsteiger.

Der Lehrgang ist eine sehr gute Möglichkeit, Wissen aufzufrischen und zu vertiefen oder sich fachspezifisches Grundwissen anzueignen, unabhängig vom persönlichen Hintergrund. Alle Themen und Seminare sind auf die Tätigkeit in Rechtsanwaltskanzleien ausgerichtet, von allgemeinen Kanzleiabläufen und -tätigkeiten bis hin zu berufsbezogenen Kenntnissen, wie das Zivil-, Vollstreckungs- und das Vergütungsrecht werden abgedeckt.

Die Kurse, welche ich bis jetzt besucht habe, haben mich sehr interessiert und sind meiner Meinung nach auch sehr praxisnah. Der Kursinhalt wird sehr verständlich von erfahrenen Referenten vermittelt. Ende Juli 2015 findet eine Online-Prüfung statt, in der die fachgebundenen Themen geprüft werden. Nach bestandener Prüfung erhält man dann die Bescheinigung zum Certified Lawyer's Assistant (Zertifizierte/r RA-Assistent/in).

Ich kann den Lehrgang für wissensdurstige und motivierte Assistenten in Anwaltskanzleien sehr empfehlen. Angesichts meines Alters kann ich nur sagen, dass es nie zu spät ist, „die Schulbank zu drücken" und etwas für sich und seine Zukunft zu tun."

 

 

 

Erstes Stipendium vergeben!

01. Mai 2015

Mitte April 2015 haben wir das erste Stipendium im Wert von 3.900 Euro für die Teilnahme am Studium zum Certified Lawyer's Assistant von ISAR-Fachseminare und SOLDAN vergeben. Das Studium beginnt bereits Ende April und wird vier Monate berufsbegleitend durchgeführt.

Über den Stipendiumsnehmer möchten wir an dieser Stelle nicht so viel verraten – vielleicht berichtet er mal zwischendurch. Aber eines können wir Ihnen versichern: Die Freude über das Stipendium war riesengroß!

 

 

 

"Chef - ich will mehr Geld!"

15. Apr 2015

Es gibt sie wirklich, die Chefs, die sich kritisch mit der Frage nach einer marktgerechten Vergütung ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen. Woher wir von LuckyLawyer das wissen? Ganz einfach: Personaler oder Kanzleiinhaber bitten auch uns regelmäßig um eine Einschätzung zur aktuellen Marktlage. Darüber hinaus erkundigen sich diese Verantwortlichen bei den Rechtsanwaltskammern oder tauschen Informationen im Rahmen von Fach- und Netzwerktreffen aus.

Besonders gut funktionieren die Gehaltsanpassungen in Kanzleien, welche die Leistungen/Vergütung ihrer Mitarbeiter regelmäßig hinterfragen und nicht erst warten, bis ein Mitarbeiter auf sie zukommt. Leider passiert Letzteres (noch) viel zu oft.

Doch was können Sie eigentlich tun, wenn Sie eine Verbesserung Ihres Gehalts als dringend angebracht empfinden? Ganz klar: Suchen Sie das Gespräch und - besonders wichtig - bereiten Sie sich gut darauf vor!

AUSGANGSLAGE
Grundsätzlich gibt es für einen Arbeitgeber keine Veranlassung, das Gehalt zu erhöhen, wenn Ihre Arbeit in punkto Umfang und Inhalt unverändert ist. Mehr als eine sogenannte Index-Anpassung ist hier wohl nicht drin. Sich hinzustellen mit „Chef, ich möchte 200 Euro mehr!" womöglich mit dem Zusatz „Frau Kollegin hat das auch." oder mit „In anderen Kanzleien ist das normal." ist der falsche Ansatz. Bitte machen Sie sich klar, dass ein echter Gehaltsprung auch mit einer substantiellen Veränderung Ihrer Arbeit (Umfang + Inhalt) verbunden sein muss. Für Ihren Chef wird es ersichtlich sein, dass Sie beispielsweise durch die gestiegene Berufserfahrung deutlich effizienter Arbeiten und mehr Mandate betreuen können. Ihm entgeht auch nicht, dass Sie vielleicht erfolgreich eine Zusatzaufgabe übernommen haben, neue Kolleginnen/Azubis eingearbeitet haben oder in anderer Weise Verantwortung übernommen haben.

DER RICHTIGE ZEITPUNKT
Eine allgemein gültige Aussage über den perfekten Zeitpunkt kann man nicht treffen. Wir meinen aber, dass es mehrere ungünstige Zeitpunkte gibt, um hier ein Gespräch zu suchen: Beispielsweise zum Jahresende (wenn die Mandaten noch tausend Sachen erledigt haben wollen und die Kanzlei sich mit den Planungen für das kommende Jahr beschäftigt). Oder mitten in „Krisenzeiten" Ihres Unternehmens. Oder unmittelbar vor Urlaubsantritt Ihres Chefs. Ebenso werden Sie mit Ihrer Gehaltsfrage für Verwunderung sorgen, wenn die letzte Gehaltsanpassung erst weniger als ein Jahr her ist.

DER GESPRÄCHSEINSTIEG
Die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Gehaltsgespräch ist, neben Ihrer guten Vorbereitung, eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Sorgen Sie also bitte dafür, dass Ihr Gespräch nicht zwischen Tür und Angel stattfindet (Termin!) und Sie sich der ungeteilten Aufmerksamkeit Ihres Chefs sicher sein können. Für das Gehaltsgespräch gelten die Grundregeln der Kommunikation: den anderen ausreden lassen, aufmerksam und aktiv zuhören, mit kurzen Einwürfen oder Nachfragen Interesse signalisieren, eventuell in einer Zusammenfassung das Gehörte wiedergeben (um Missverständnisse zu vermeiden).

Mit der Einstiegsfrage "Wie bewerten Sie eigentlich meine Leistung?" werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ihr Ansprechpartner konzentriert sich auf Sie als Person und gleichzeitig gibt seine Antwort Aufschluss darüber, inwieweit er über die Arbeitsleistungen informiert ist.

NENNUNG DES GEHALTS
Verhandelt wird immer um das Brutto-Jahresgehalt, es sei denn, es geht um ein Jahresgehalt unter 36.000 Euro. In diesem Fall ist eine Verhandlung um ein monatliches Gehalt vorzuziehen.

Versuchen Sie es möglichst zu vermeiden, als erster eine konkrete Summe zu nennen. Überlassen Sie das Ihrem Chef. Vielleicht ist dieser sogar großzügiger als Sie es sich erwartet haben. Wenn es sich aber nicht vermeiden lässt, einen Gehaltswunsch zu äußern, ist es klug, eine Ober- und Untergrenze zu nennen, um einen Verhandlungsspielraum zu schaffen. Erscheint das Angebot der Kanzlei zu niedrig, sollte es nicht gleich kategorisch abgelehnt werden.

Ganz wichtig ist, danach zu fragen, ob in der genannten Summe bereits Zusatzleistungen enthalten sind. Vielleicht ist es ja möglich, das Gehalt mit weiteren Zusatzleistungen aufzustocken. Hier ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt, allzu ausdauerndes Feilschen um Details kommt meist nicht gut an. Bleibt das Angebot letztlich zu niedrig, ist ein nochmaliges Hinweisen auf die eigenen Qualitäten notwendig.

IHRE ARGUMENTATION
Eine geeignete Strategie in Verhandlungen ist die Argumentation in vier Schritten.

Im ersten Schritt sollten Sie Ihren eigenen Standpunkt selbstbewusst äußern:
„Für die Leistung, die ich erbringe, werde ich meiner Meinung nach nicht angemessen bezahlt."

Im zweiten Schritt schließen Sie Ihre Argumente an. Ihr stärkstes Argument – Ihr „Ass" sozusagen – nennen Sie zuletzt!

"Aus der Erweiterung meiner Aufgabenbereiche schließe ich, dass Sie mir einiges zutrauen."
"Durch die Übernahme der Aufgaben von ... haben wir keine Zeitverzögerung bei der Bearbeitung der Mandate gehabt."
"Das Ergebnis des von mir geleiteten Projekts war eine Kostenersparnis von 5% in diesem Bereich. Auch das begründet meine Forderung ... "

Dritter Schritt: Niemand ist perfekt und auch Ihnen passieren Fehler. Diese werden im Rahmen von Gehaltsgesprächen gerne erwähnt. Auf der dritten Stufe der Verhandlung sollten Sie diese Fehler pro aktiv ansprechen und entschärfen.

"Sie könnten jetzt natürlich sagen ..." "Dazu meine ich ..."

Vierter Schritt: Um die Argumentationskette zu schließen, steht am Ende Ihre Zusammenfassung:

"Zusammenfassend betrachtet meine ich, dass ein höheres Gehalt begründet ist, weil 1. ..., 2. ..., 3. ...!"

DIE REAKTIONEN
Ihre Ansprechpartner haben nun verschiedene Möglichkeiten auf das Anliegen im Gehaltsgespräch zu reagieren. Es ist von Vorteil, die Reaktionsvarianten zu kennen und sich bereits im Vorfeld die passenden Gegenargumente zu überlegen:

a) Hinauszögern
Chef: "Grundsätzlich gebe ich Ihnen ja Recht. Nur im Moment können wir wirklich nicht mehr Geld zahlen."
Reaktion (ruhig nachfragen): "Was genau ist der Grund für Ihr Zögern?" oder "Gibt es etwas an meiner Leistung, womit Sie nicht zufrieden sind?"

Kommt es hier zu keinem Einlenken, sollten Sie in absehbarer Zeit einen neuen Termin festsetzen.

b) Abblocken
Chef: "Sie wissen, die angespannte wirtschaftliche Lage ..."

Reaktion: In diesem Fall hilft der Hinweis, sich dessen durchaus bewusst zu sein, mit seiner überdurchschnittlichen Leistungsbereitschaft aber dazu beizutragen, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert.

c) leichte Provokation
Chef: "Warum sollte ich ausgerechnet Ihnen mehr bezahlen? ... Ich erinnere mich da an einen Vorfall..."
Reaktion: Hat Ihr Chef damit recht, empfiehlt es sich, dies offen zuzugeben, aber Ihre Vorzüge an anderer Stelle hervorheben.

"Das ist mir klar. Allerdings habe ich mir diesen Fehler eingestanden und vermeide ihn seitdem. Zudem habe ich offen mit meinen Kolleginnen darüber gesprochen, so dass dieses Missverständnis auch in unserer Abteilung nicht mehr auftreten wird. Andererseits habe ich auch in der Angelegenheit XY großes Engagement und Sorgfalt gezeigt .... "

Ist Ihr Ansprechpartner im Unrecht, sollten Sie die Provokation besser ignorieren, ruhig bleiben und nochmals die eigenen Argumente anführen.

d) Gegenargument
Chef: "Werde ich Ihnen gegenüber nachgiebig, wollen alle mehr Geld."
Reaktion: Diesem Argument wird der Boden entzogen, wenn die Zusicherung erfolgt, die Gehaltserhöhung diskret zu behandeln, bzw. sie für eine (Zusatz-)Leistung zu erhalten, die andere Kollegen nicht erbringen würden. Es verbietet sich dabei natürlich, die Leistung der anderen Kollegen zu schmälern.

DER GESPRÄCHSABSCHLUSS
Kommt die Gehaltsverhandlung zu einem positiven Abschluss, ist es eine gute Absicherung für beide Seiten, die getroffenen Vereinbarungen schriftlich zu fixieren (Gesprächsprotokoll). Das beugt Missverständnissen vor.

War die Gehaltsverhandlung nicht erfolgreich, ist es durchaus üblich, nach den Gründen für die Ablehnung zu fragen. Gibt es an der Leistung etwas zu verbessern? Können Sie gemeinsam mit dem Chef oder Vorgesetzten einzelne Ziele vereinbaren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt nochmals überprüft werden können? Dies bietet eine neue Gelegenheit, über das Gehalt zu sprechen. Kontraproduktiv ist es allerdings, in allzu kurzen Zeitabständen nach einem neuen Termin zu fragen. Üblicherweise liegt ein Jahr zwischen den einzelnen Gehaltsverhandlungen.

CHECKLISTE
Zusammengefasst sollten Sie folgende Punkte vor einer Gehaltsverhandlung beachten:

  • Stellen Sie eine Liste zusammen mit all den Punkten, die für Sie sprechen.
  • Recherchieren Sie gründlich, was in Ihrer Branche/Ihrem Beruf und in Ihrer Region üblicherweise für Ihre Position gezahlt wird.
  • Planen Sie einen günstigen Zeitpunkt für Ihre Gehaltsverhandlung.
  • Machen Sie sich klar, dass Sie kein Bittsteller sind, sondern eine wertvolle Gegenleistung zu bieten haben.
  • Führen Sie nur starke und glaubwürdige Argumente ins Feld.
  • Denken Sie daran, Ihr wichtigstes Argument am Ende der Argumentation zu nennen.
  • Denken Sie über mögliche Einwände nach und überlegen Sie sich, wie Sie damit umgehen wollen.
  • Wird Ihre Gehaltsforderung abgelehnt oder werden Sie vertröstet, bleiben Sie beharrlich am Ball und fragen immer wieder nach.